
Inflation und Lieferungen aus Osteuropa
4,5 % sollen die Verbraucherpreise im Oktober 2021 im Vergleich zum letzten Jahr in Deutschland steigen. Diese Werte sind noch höher in einigen Osteuropäischen Ländern, wie etwa in Polen Inflation bei 6,8 % liegt, in Estland liegt die bei 6,6%, in Litauen bei 6,3%. Dazu tragen nicht nur hohe Energiepreise und Mangel an vielen Rohstoffen wie Holz, Stahl, sondern auch extrem niedrige Zinssätze der Zentralbanken. Dies hat einen erheblichen Einfluss aufs rechtliche Verhältnisse sowohl zwischen den Verbrauchern wie als auch unter den Kaufleuten.
Für den Verbraucher gilt es Verträge mit klar festgelten Preisen abzuschließen. Bei grenzüberschreitenden Geschäften ist es noch wichtig, dass die Währung genau festgelegt wird und Zahlungen nicht den Wechselkursschwankungen unterliegen. Letztendlich soll immer geprüft werden, ob der Vertrag dem Kaufmann nicht einseitig das Recht gibt, den Vertrag rückgängig zu machen. Und noch bedeutender: seien Sie sehr vorsichtig bei irgendwelchen Sonderangeboten: die Zahl der Betrüger, die die schwierige Lage auf dem Warenmarkt auszunutzen versucht hat in den letzten Monaten immens zugenommen. Es gilt immer zunächst die Rechnung zu bekommen erst danach zahlen; die Rechnung muss immer aufbewahrt werden.
***
Die Geschäftsleute haben mit noch mehr Herausforderungen zu kämpfen. Gerade noch bei den Firmen, die Geschäfte mit Polen machen. Einerseits gibt es enormen Druck, eine verlässliche Quelle der Rohstoffen und Dienstleistungen abzusichern. Die massive Einfuhr der Waren aus Osteuropa ist jedoch etwas, was nicht mehr eine absolute Sicherheit bietet, zumal polnische Firmen sehr stark unter akutem Mangel an Rohstoffen leiden. Nur wenn entsprechende Verträge mit Vertragsstrafen für den Fall eines Rücktritts vorgesehen sind, können Sie gute Absicherung haben, dass der Lieferant nicht plötzlich eine Preiserhöhung anstreben wird.
Dabei sind aber komplette Zahlungen im Voraus, was viele Lieferanten zur Bedingung der Lieferung machen, nach Möglichkeit zu vermeiden. Eine Vorauszahlung gibt der Vertragspartei, die es bereits erhalten hat, eine stärkere Verhandlungsposition: es ist einfacher noch 5 % nachzuzahlen als sich um die Rückzahlung dessen was bereits vorgeleistet hat, in einem mühsamen und jahrlangen Prozess zu kämpfen.
Anzuempfehlen ist eigentlich umgekehrt vorzugehen: streben Sie geräumige Zeiträume für die Zahlungen an. Die Inflation, die jeden Monat die Kaufkraft der Gelder um ca. 0,5% schwächer macht, bei 0% Zinsen auf den Bankkonten, belohnt diesen, der am schnellsten die Ware bekommt und am spätestens für die Ware zahlt.
Diese Hinweise sind einfacher gesagt als umgesetzt. Denn es ist klar, dass rechtlich mögliche Verhandlungsposition durch tatsächliche Gegebenheiten beschränkt werden. Wenn 5 Kauleuten nach der einen Ware suchen, hat der Verkäufer die Wahl und wird keinen für ihn ungünstige Vertrag akzeptieren.
Eine einfache Lösung gibt es nicht. Sicherlich werden aber die Firmen, die vernünftige, rechtlich gut abgesicherte Investitionen tätigen, billig Kredite in Anspruch nehmen und Ihre Kapazitäten erweitern, aber gleichzeitig sich nicht überschulden, am meisten gewinnen. Dazu wird auch immer schnellere Rechtshilfe notwendig sein, die es ermöglicht noch zügiger die rechtliche Prüfungen durchzuführen. Zumal, es gibt viele Anzeichen, dass die Inflation noch weiter steigen wird.
